Projekttag: Rechte Gewalt schockiert Schüler

Entführt in die 80er Jahre wurden die Zehntklässler des Luisenburg-Gymnasiums am 12.11.2021. Genauer gesagt entführte sie Nils Oskamp in seine Jugendzeit nach Dortmund-Dorstfeld. Nils Oskamp wurde schon mit 14 Jahren Opfer rechtsextremer Gewalt, als ein Mitschüler in der Klasse den Holocaust leugnet und Nazi-Parolen propagiert. Sein Geschichtslehrer steht ihm dabei nicht zur Seite, im Gegenteil, dieser befeuert sogar noch das Verhalten. Anfänglich kommt es nur zu kleineren Raufereien, in denen sich Oskamp durchaus seiner Haut erwehren kann; allerdings eskaliert die Gewalt mehr und mehr bis hin zu zwei Mordanschlägen. Doch die Polizei oder gar seine Eltern glauben dem jungen Nils nicht, er bleibt weiter auf sich allein gestellt.

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Gebannt verfolgen die Schüler dem Vortrag des Erwachsenen Nils. Da ist kein Zorn, kein Hass, umso eindrücklicher wirken die Schilderungen. Schließlich können die Schüler das auch gut verstehen: die Ignoranz, das Schweigen, aber auch das fehlende Zuhören.
Die Schüler sind erstaunt über die Parallelen zwischen Damals und Heute. Natürlich bestehe heute eine größere Sensibilität für rechtsradikales Denken. Dennoch bleibt vieles verborgen oder werde im „Mantel populistischer Phrasen verpackt“, so Oskamp. Umso wichtiger sind Initiativen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Demokratie sei eben auch kein Selbstläufer, wir müssen sie beständig mit unserem Engagement am Leben erhalten, am besten eben an der Schule.
Auch das Medium spricht die Schüler übrigens an: Denn Nils Oskamp trägt aus seiner Graphic Novel „Drei Steine“ vor. Eine Graphic Novel ist ein Comic im Buchformat, thematisch und erzählerisch komplex. Die 80er mögen lange vergangen sein, Vieles aus den 80ern mag angestaubt wirken, aber die Erfahrungen Oskamps und das Format sprechen die Schüler einfach an. Diese Erfahrung machen die Schüler und Lehrer übrigens nicht zum ersten Mal, Nils Oskamp ist nämlich immer wieder ein gern gesehener Gast am Luisenburg-Gymnasium. Hoffentlich auch im nächsten Jahr.

 

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Zum Projekttag hatte das Luisenburg-Gymnasium die Freude, den Illustrator und Aktivisten Nils Oskamp (Graphic Novel „Drei Steine“) zu einer Lesung und einem Graffiti-Workshop an der Schule begrüßen zu dürfen. Das Interesse der Neunt- und Zehntklässler am Workshop war enorm, sodass die zehn Glücklichen, die schließlich teilnehmen durften, gespannt und motiviert Oskamps Worten lauschten. Dieser erzählte nämlich während der Arbeit an den Graffitis sehr anschaulich und mit Leidenschaft von seinen eigenen Erfahrungen im Kampf gegen Rechts sowie aus dem Leben von Anne Frank und Sophie Scholl. Diese beiden Frauen waren es auch, die die Schüler*innen mit der Spraydose auf Leinwände bannen durften. Dabei erhielten sie neben Denkanstößen auch praktisches Wissen über den Umgang mit Stencils (Schablonenkunst) und Sprühfarbe. Die entstandenen Bilder werden in Zukunft das Schulhaus zieren und sicher noch zum ein oder anderen Gespräch über diese wichtigen historischen Personen führen.

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