„Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es!“ Mit diesem bekannten Zitat von Erich Kästner beginnt David Ziegler von der Politik-AG die erste Durchsage zur Sammelaktion für die Ukraine am Luisenburg-Gymnasium. Es ist der Auftakt einer gemeinsamen Aktion zusammen mit der SMV und den Fachschaften Ethik/Religion. Die Idee war, immer an jedem Donnerstag an den Ausbruch des Krieges in der Ukraine zu erinnern, um Frieden zu bitten und für unsere Sammelaktion zu werben.

sammelaktion ukraine bild
Nach und nach kamen so gut 40 Kisten mit Hygieneartikeln, Essen, Verbandsmaterial, aber auch Schultaschen zusammen. Die Sammelaktion kann als großer Erfolg betrachtet werden, sogar klassenweise und kistenweise wurden Spendenartikel abgegeben. Auch das Engagement einzelner Spender stach stark heraus.
Die Sachspenden tatsächlich an die Bedürftigen zu bringen, stellte aber eine kleine Herausforderung dar. Umso dankbarer war die Politik-AG, dass das Hoflädle Kraut und Rübe aus Bibersbach seine Hilfe anbot und unsere Sachspenden sehr gerne annahm. Die fast 40 Kisten, die sich in der alten Hausmeisterwohnung sammelten, wurden schließlich von Vanessa Vobis am letzten Donnerstag abgeholt.
Frau Vobis leitet das Hoflädle in Bibersbach und hat auch damit eigentlich genug zu tun, zumal sie noch einen kleinen Sohn von 3 Jahren hat. Dennoch findet sie die Zeit, mit Freiwilligen in die Ukraine zu fahren und die Sachspenden vor Ort an Bedürftige weiterzugeben. Seit Kriegsbeginn ist sie wöchentlich in die Ukraine gefahren, eine enorme Menge von Warenartikel ist dabei zusammengekommen. Auch einer der Mitarbeiter, Lorenz, der an diesem Donnerstag auch die Spenden abholt, muss des Öfteren aushelfen und bemerkt, dass das Hoflädle eher einem Supermarkt-Warenlager gleiche als einem Laden.
Die Politik-AG hat beim Abholen Gelegenheit, viele Fragen zu stellen: Warum macht man das überhaupt? Warum nimmt man diese Belastung auf sich? Wie fühlt sich das an, in ein Kriegsgebiet zu reisen und sein Kind zurückzulassen?
Vanessa Vobis beantwortet die Fragen der Schüler gerne. Man merkt, dass ihre Begeisterung für ihre Aktion ungebrochen ist. Man habe gleich mit dem ersten Kriegstag den Entschluss gefasst, aktiv zu helfen. Man müsse einfach den Menschen in ihrer Not helfen. Das werde auch so weitergehen, bis der Krieg irgendwann aus ist. Auch beim Wiederaufbau wolle man helfen. Und natürlich stelle das Transportieren der Spendenartikel in die Ukraine eine enorme Belastung dar, aber die Dankbarkeit der Menschen vor Ort sei einfach unbeschreiblich. Allein zwölf Lager werden derzeitig durch die Sammelaktion aus Bibersbach unterstützt. Man habe mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt, es gebe zwei Routen, eine Nord- und eine Südroute, wobei die Nordroute direkt nach Liew (Lemberg) führt, diese sei gerade in den letzten Tagen gefährlicher geworden. Der Abschied von ihrem dreijährigen Sohn falle ihr immer schwer, noch schwerer sei es aber, wenn Frau Vobis direkt vor Ort in der Ukraine Kinder in dem gleichen Alter sehe. Dann wolle sie schnell zurück. Bald werde man einen Verein gründen, damit man noch mehr Sachspenden entgegennehmen könne.
Auch die Politik-AG des Luisenburg-Gymnasium schließt die Aktion mit dem guten Gefühl ab, zumindest ein bisschen geholfen zu haben und etwas bewegt zu haben. Auch wie die Sammelaktion am Lugy unterstützt wurde, stimmt die Schüler überaus dankbar. Es gibt Gott sei Dank nicht nur den Krieg, sondern auch Gutes in der Welt.

 

   


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